Testament

6. Juni 2010 – Todesfall / Trauer

Letzter Wille und Rechtskraft

Das rechtsgültige Testament des Verstorbenen regelt die Aufteilung des Erbes unter den Erben

Das Testament regelt den Nachlass des Verstorbenen. Gibt es ein Testament (oder mehrere Versionen davon), muss man diese dem, mit der Verlassenschaftsabhandlung beauftragten, Notar übergeben.

Bemerkung: Das Testament  kann auch bei einem Notar oder bei einem Rechtsanwalt hinterlegt worden sein.

Als Testament gilt eine Niederschrift, in der man verfügt, dass das persönliche Vermögen oder ein Teil davon, einer oder mehreren Personen auf den Todesfall überlassen wird.

Enthält dieser letzte Wille keine Angaben über Erben, spricht man von einem “Kodizill”.

Man unterscheidet:

A) Privat verfasste und privat aufbewahrte Testamente

  • Eigenhändiges, schriftliches Testament: Richtlinien: Es muss datiert und mit dem vollen Namen unterschrieben sein. Es sind keine weiteren Zeugen notwendig. Testamente neueren Datums heben Testamente älteren Datums auf.
  • Fremdhändiges, schriftliches Testament: Kann auch per Schreibmaschine oder PC abgefasst werden. Jedoch müssen drei ausdrücklich deklarierte Zeugen (z.B. “Alfred Mayer, als ersuchter Testamentszeuge”), die selbst nicht als Erben eingesetzt sind, das Schriftstück mit unterfertigen. Die Zeugen müssen volljährig, bei voller geistiger Gesundheit, der Sprache des Erblassers mächtig sein. Sie dürfen weder taub, stumm oder blind sein.
  • Mündliches Testament: Meist mit Unsicherheit und damit Rechtsstreitigkeiten verbunden, jedoch prinzipiell möglich. Es sind ebenfalls drei Zeugen notwendig. Sterben zumindest zwei der drei Zeugen, erlischt die Gültigkeit des mündlich geäußerten letzten Willens.

B) Vom Notar, Anwalt oder bei Gericht abgefasste Testamente

  • Entsprechen praktisch fremdhändigen Testamenten (siehe oben), jedoch sind hierbei nur zwei Zeugen notwendig. Die Aufbewahrung ist beim Notar oder Anwalt möglich. Diese sind verpflichtet, das Testament im Todesfall dem Verlassenschaftsgericht vorzulegen.
  • Notariell errichtete und beglaubigte Testamente sind darüber hinaus in einem zentralen Register gespeichert, auf das jeder Notar Zugriff hat.

Eine Person des Vertrauens sollte über den Aufbewahrungsort des Testaments, wichtiger Urkunden, Sparbücher und Vermögenswerte Bescheid wissen. Es kann aber auch bei einem Rechtsanwalt, einem Notar oder auch auf dem Bezirksgericht hinterlegt werden.

Dieserart wird es ins “Zentrale Elektronische Testamentsregister” aufgenommen.

Österreichischen Notariatskammer
Landesgerichtsstrasse 20
1010 Wien
Tel.: 01 / 4024509-0)

Man erhält eine Kennkarte, die bei den eigenen Dokumenten aufbewahrt werden sollte.

Das Testament selbst sollte – muss aber nicht – von einem Notar abgefasst und beglaubigt sein.

Das Erbe kann beliebig vergeben werden. Ein Teil jedoch (“Pflichtteil”) steht Ehegatten, Kindern und Eltern zu:

  • Ehegatten plus Kinder erben gemeinsam jedenfalls die Hälfte. Bei Kindern können im Fall eines Erbstreits jedoch „Vorempfänge zu Lebzeiten“ in den Pflichtteil eingerechnet werden.
  • Allfällig noch lebenden, pflichtteilsberechtigten Eltern steht in jedem Fall ein Drittel des Erbes zu.

Anmerkung: Ein Großteil der Testamente ist nicht korrekt abgefasst. Sie sollten sich also unbedingt an einen Notar bzw. Ihren Rechtsanwalt wenden und Informationsmaterial und / oder Muster-Testamente (im Buchhandel erhältlich) besorgen. In Wien erteilt die Rechtsanwaltskammer Wien eine “Erste anwaltliche Auskunft”. Diese ist kostenlos. Siehe auch Beratungsstellen der Rechtsanwaltskammer Wien / erste anwaltliche Auskunft.

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Kategorien: Todesfall / Trauer

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