Reihenfolge der Erben

6. Juni 2010 – Todesfall / Trauer

Erbfolge, gesetzliche / Erbfolgelinien

Wer erbt in welcher Höhe?

Gibt es keine gültige letztwillige Verfügung (Testament, Kodizill, Halbierung des Pflichtteils, Enterbung, Stiftung von Todes wegen, Erbvertrag, Erbverzichtsvertrag, Pflichtteilverzichtsvertrag usw.), d.h. der Verstorbene hat seinen Nachlass nicht persönlich geregelt oder jemanden damit beauftragt, dann tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Die Verlassenschaft fällt zur Gänze den gesetzlichen Erben zu:

Überlebende Ehepartner und Verwandte

  • Erste Linie / Parentel: Eheliche und uneheliche Kinder, Adoptivkinder bzw. an ihrer Stelle deren Nachkommen des Erblassers.
  • Zweite Linie / Parentel: Vater und Mutter und deren Nachkommen des Erblassers.
  • Dritte Linie / Parentel: Grosseltern und deren Nachkommen des Erblassers.
  • Vierte Linie / Parentel: Urgrosseltern des Erblassers

Gesetzlicher Erbteil Ehegatte, Größe

Der zurückgebliebene Ehegatte ist gesetzlicher Erbe. Die Höhe seines Erbes ist von den weiteren erbberechtigten Verwandten abhängig:

  • 1/3 des Nachlasses neben den Kindern und deren Nachkommen oder
  • 2/3 des Nachlasses neben den Eltern des Erblassers und deren Nachkommen oder
  • 2/3 des Nachlasses neben den Grosseltern des Erblassers oder
  • gesamter Nachlass, wenn es keine lebenden Kinder, Eltern oder Grosseltern gibt.

Wenn ein überlebender Ehepartner vom Verstorbenen Unterhalt bekommen hat, müssten die Erben von Gesetzes wegen diesen Anspruch weiter bedienen.

Da jedoch andere Zuwendungen im Zusammenhang mit dem Todesfall  (Erbteil, Pflichtteil, Zahlungen in Rahmen von Pensionsverträgen usw.) zum Abzug kommen, kommt in vielen Fällen die Pflicht der anderen Erben zur Fortsetzung der Unterhaltszahlungen an den überlebenden Ehegatten / die überlebende Ehegattin nicht zum Tragen. Geschiedene Ehegatten haben diesen Anspruch nicht.

Unabhängig davon, ob der überlebende Ehegatte Erbe der gemeinsam genützten Wohnung ist oder nicht, hat er das Recht in der gemeinsamen Ehewohnung weiter zu verbleiben. Auch die ehelichen Gebrauchsgüter, den bisherigen Lebensverhältnissen entsprechend, kann er nutzen. Dieses so genannte “Vorausvermächtnis” ist somit der Anspruch auf bestimmte Teile des Nachlassvermögens, nämlich auf Ehewohnung und Hausrat.

Für einen übernommenen Anteil eines gemeinsamen Wohnungseigentums ins alleinige Eigentum muss der überlebende Ehepartner einen Übernahmspreis (etwa die Hälfte des Verkehrswertes) an den Nachlass zahlen.

Es besteht auch weiterhin der Unterhaltsanspruch des überlebenden, unterhaltsberechtigten Ehepartners (wie in aufrechter Ehe) gegenüber der Verlassenschaft. Dieser Anspruch endet mit einer neuerlichen Verehelichung. Alle Zuwendungen, wie Pensionen, Lebensversicherungen usw., die der überlebende Ehepartner bekommt, werden eingerechnet. Die Anspruchshöhe ist durch den Verlassenschaftswert begrenzt.

Beitrag kommentieren

Kategorien: Todesfall / Trauer

Tags: , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit Pflichtfeld gekennzeichnet.

Durch die Abgabe Ihres Kommentares gestatten Sie 2minus1 diesen auf dieser Website zu veröffentlichen.
Bitte beachten Sie, daß unangebrachte, irrelevante oder beleidigende Kommentare durch den Administrator gelöscht werden.