Lieder-Sterben

27. Oktober 2011 – Todesfall / Trauer

Sterbelieder fürs Leben

Musik: Josef Brustmann / Interpretin: Marianne Sägebrecht

“Nun der Tag”
Text: Hermann Hesse: “Beim Schlafengehen”

Nun der Tag dich müd’ gemacht,
soll dein sehnliches Verlangen
freundlich die gestirnte Nacht
wie ein müdes Kind empfangen.
Hände, laßt von allem Tun,
Stirn, vergiß du alles Denken.
Alle deine Sinne nun
sollen sich in Schlummer senken.
Und deine Seele, unbewacht,
wird in freien Flügen schweben,
um im Zauberkreis der Nacht
tief und tausendfach zu leben.

“Du süße treue Laute”
Text: Joseph v. Eichendorf:  “Nachruf”
Du liebe, treue Laute,
Wie manche Sommernacht,
Bis daß der Morgen graute,
Hab ich mit dir durchwacht!

Die Täler wieder nachten,
Kaum spielt noch Abendrot,
Doch die sonst mit uns wachten,
Die liegen lange tot.

Was wollen wir nun singen
Hier in der Einsamkeit,
Wenn alle von uns gingen,
Die unser Lied erfreut?

Wir wollen dennoch singen!
So still ist’s auf der Welt;
Wer weiß, die Lieder dringen
Vielleicht zum Sternenzelt.

Wer weiß, die da gestorben,
Sie hören droben mich,
Und öffnen leis die Pforten
Und nehmen uns zu sich.

“Die Blätter fallen”
Text: R.M.Rilke: “Herbst”

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

“Freds Horn”
Text: P.Maiwald

“Frau Engels”
Text: P.Maiwald

„Wo wird einst“
Text: H.Heine: “Grabspruch Wo?”

Wo wird einst des Wandermüden
letzte Ruhstätte sein?
Unter Palmen in dem Süden,
Unter Linden an dem Rhein?
Immerhin. Mich wird umgeben
Gotteshimmel. Dort wie hier
und als Totenlampen
schweben nachts die Sterne über mir

“Poberniks Lied”
Text: P. Maiwald

“Mein Herz weiß längst”
Text: H.Zahnrada

“Es war als hätt der Himmel”
Text: J. v. Eichendorff: “Mondnacht”

Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst’.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

“Komm Trost”
Text: Joseph. v. Eichendorff: “Komm, Trost der Welt”

Komm, Trost der Welt, du stille Nacht!
Wie steigst du von den Bergen sacht,
Die Lüfte alle schlafen,
Ein Schiffer nur noch, wandermüd,
Singt übers Meer sein Abendlied
Zu Gottes Lob im Hafen.

Die Jahre wie die Wolken gehn
Und lassen mich hier einsam stehn,
Die Welt hat mich vergessen,
Da tratst du wunderbar zu mir,
Wenn ich beim Waldesrauschen hier
Gedankenvoll gesessen.

O Trost der Welt, du stille Nacht!
Der Tag hat mich so müd gemacht,
Das weite Meer schon dunkelt,
Lass ausruhn mich von Lust und Not,
Bis dass das ewige Morgenrot
Den stillen Wald durchfunkelt.

Beitrag kommentieren

Kategorien: Todesfall / Trauer

Tags: , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit Pflichtfeld gekennzeichnet.

Durch die Abgabe Ihres Kommentares gestatten Sie 2minus1 diesen auf dieser Website zu veröffentlichen.
Bitte beachten Sie, daß unangebrachte, irrelevante oder beleidigende Kommentare durch den Administrator gelöscht werden.