Erbschaftssteuer / Schenkungssteuer

21. Mai 2010 – Todesfall / Trauer

Steuer zahlen für Erbe / Schenkung

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer / Schenkungssteuer?

In Österreich gibt es seit 1. August 2008 keine Erbschaftssteuer und auch keine Schenkungssteuer.
Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Erbschaftssteuer / Schenkungssteuer wie folgt beechnet:
Die Höhe der Erbschaftssteuer / Schenkungssteuer war gestaffelt.
Grundprinzip: Je näher verwandt  Erblasser und Erbe / Beschenkter sind, desto niedriger ist der % Steuersatz.
Auch die Vermögenshöhe spielte bei der Berechnung der Erbschaftssteuer / Schenkungssteuer eine Rolle. Immobilien wurden z.B.: nicht nach dem Verkehrswert, sondern nach dem bestehenden „Einheitswert“ bewertet.

  • Klasse I:   Ehegatten, Kinder, Adoptivkinder, Stiefkinder
  • Klasse II:  Enkelkinder
  • Klasse III: Eltern, Stiefeltern, Grosseltern, Geschwister
  • Klasse IV: Schwiegereltern, Schwiegerkinder, Nichten + Neffen ersten Grades
  • Klasse V:  Lebensgefährten und alle anderen

Vor Berechnung der Erbschaftssteuer / Schenkungssteuer kamen so genannte Freibeträge zum Abzug, und zwar:

  • Steuerklasse I und II: 2200 Euro
  • Steuerklasse III und IV: 440 Euro
  • Steuerklasse V: 110 Euro

Die Freibeträge konnten nur einmal in zehn Jahren ausgenützt werden und auch nur dann, wenn sie nicht durch Schenkungen unter Lebenden bereits ausgenützt wurden.

Besteuerung von ererbtem Liegenschaftsvermögen:
Bei Liegenschaften ist nicht der Verkehrswert (Schätzwert), sondern der Einheitswert maßgeblich. Bei Liegenschaftsvermögen gibt es noch eine Eintragungsgebühr für die Eintragung des Eigentumsrechts des Erben in das Grundbuch.
Bemessungsgrundlage für Liegenschaftsvermögen ist der dreifache steuerliche Einheitswert + Zuschlag. Dieser beträgt bei Eheleuten, Eltern, Kindern, Enkelkindern, Stiefkindern, Adoptivkinder oder Schwiegerkindern +2%, bei anderen Personen +3,5% zum Einheitswert.

Von der Erbschaftssteuer befreit waren:

  • endbesteuerte Sparguthaben, bei denen die Kapialertragsteuer (KEST) eingehoben wird
  • Hausrat
  • Kleidung, die an Erbberechtigte der Steuerklassen I und II vererbt wird bzw. wenn der Wert der Kleidung 1460 Euro nicht übersteigt
  • andere bewegliche körperliche Gegenstände bis zum Wert von 1460 Euro (betreffend Erben aus den Steuerklassen I und II) bzw. 600 Euro (betreffend Erben aus den Steuerklassen III und IV)

Sparbücher

Bei Sparbüchern wird durch die Entrichtung der Kapitalertragssteuer auch die Erbschaftssteuer abgegolten (Endbesteuerung), daher kann durch das gezielte Vermächtnis von Sparbüchern oft Erbschaftssteuer quasi “gespart” werden.

Bankgeheimnis im Verlassenschaftsfall

Notare bekommen jederzeit von den Banken Auskunft bei Anfragen bezüglich “legitimierter Werte”. Das sind Werte, die auf Namen des Verstorbenen lauten, z.B. Gehalts- oder Pensionskonten; Wertpapierdepots und Sparbücher, die auf Namen lauten; Bausparverträge usw.

Bei anderen Werten, z.B. Inhabersparbücher, gibt die Bank nur dann Auskunft, wenn der Notar diese Werte konkret anspricht, und wenn diese eindeutig dem Vermögen des Verstorbenen zugeordnet werden können.

Beitrag kommentieren

Kategorien: Todesfall / Trauer

Tags: , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit Pflichtfeld gekennzeichnet.

Durch die Abgabe Ihres Kommentares gestatten Sie 2minus1 diesen auf dieser Website zu veröffentlichen.
Bitte beachten Sie, daß unangebrachte, irrelevante oder beleidigende Kommentare durch den Administrator gelöscht werden.