Beziehung zum Verstorbenen

27. Oktober 2010 – Todesfall / Trauer

Trauer-Verhältnis zum Verstorbenen

Die individuelle Trauer wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst wie z.B. die Umstände des Verlustes. Eine weitere wichtige Variable für die Trauerbewältigung ist die Beziehung, die zum Verstorbenen bestand. Negative Gefühle zwischen Ehepartnern und Ehepartnerinnen behindern den Umgang mit der Trauer. Unbewältigter Trauer, “conflicted grief syndrome”, tritt dann auf, wenn der Tod eine konfliktbelastete Beziehung beendete, d.h. wenn z.B. eine problematische Ehe mit dem Verstorbenen bestanden hatte.

Neben der grundlegenden Beziehung zwischen den Betroffenen sind auch die Umgangsweisen z.B. während der Zeit der Betreuung des vesrtorbenen Partners wichtig. Es sind sowohl die positiven Aspekte dieser Interaktion als auch der Konflikt wichtig, was vielleicht erst im Verlauf der Erkrankung und des Sterbeprozesses zu Tage tritt. z.B.: Ehefrauen, die über weniger Konflikte mit ihrem kranken Ehemann berichteten, werden weniger Angst, Depression und Schuldgefühle nach dem Tod des Partners festgestellt.

Ein zentraler Punkt im täglichen Umgang ist die Reaktion des Sterbenskranken auf die Hilfe der Hauptbetreuungsperson. Für das Verhältnis zwischen Eltern und ihren Nachkommen bedeutet eine Pflegesituation eine Umkehrung der ursprünglichen Rollen. Waren früher die Eltern für die Kinder verantwortlich und hatten die Fürsorge zu leisten, sind es nun die Nachkommen, die sich um die Eltern kümmern.

Auch zwischen Ehepartnern und -partnerinnen ist durch die Hilfsbedürftigkeit des Sterbenskranken, in körperlicher wie psychischer Hinsicht, oftmals ein Umdenken erforderlich.
Gerade wenn Frauen ihre Männer betreuen, die Männer es aber gewöhnt waren, selbständig und unabhängig zu sein, kann dies zu Krisen in der Beziehung führen. Andererseits vermag auch die extreme Abhängigkeit voneinander eine starke Intensivierung der ehelichen Beziehung und ein größeres Gefühl der Zusammengehörigkeit hervorzurufen.

Die Möglichkeiten der Interaktion, vor allem der Kommunikation zwischen den Beteiligten, werden im starken Maße durch die Krankheit des Angehörigen bestimmt. Erkrankungen, wie Demenz, können beispielsweise dazu führen, dass der sterbenskranke Angehörige nicht mehr ansprechbar oder sehr verwirrt ist und ein Austausch nicht mehr möglich ist.

Wichtig ist die “offenen Rechnungen” im Rahmen einer Therapie zu begeleichen.

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Kategorien: Todesfall / Trauer

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