Vermögensaufteilung, Scheidung

13. September 2010 – Scheidung / Trennung

Eheliches Vermögen wird aufgeteilt

Gemeinsam erworbene Vermögenswerte und Schulden werden zu gleichen Teilen auf beide Ehepartner verteilt

Im Rahmen einer Scheidung kommt es zur Aufteilung des ehelichen Vermögens. Die Vermögensaufteilung berücksichtigt alle Vermögenswerte, welche während aufrechter Ehe geschaffen wurde, und zwar im “Soll” und im “Haben”. Das heißt, sowohl gemeinsames Vermögen als auch gemeinsame Schulden sind auf die Ehegatten aufzuteilen.

Die Vermögensaufteilung erfolgt im Anschluss an den rechtskräftigen Ausspruch der Ehescheidung. Üblicherweise wird sie im Verfahren der  Scheidungsverhandlung geregelt. Gelingt dies nicht, wird das Vermögen in einem gerichtlichen – oder außergerichtlichen – Verfahren aufgeteilt. Der Antrag auf Vermögensaufteilung in einem solchen Verfahren ist binnen eines Jahres ab Rechtskraft der Scheidung einzubringen, sonst erlischt der Anspruch auf Aufteilung des ehelichen Vermögens.

Zwei Stichtage sind für die Vermögensaufteilung von Bedeutung:

  • Welche Vermögenswerte waren vor der Ehe gegeben?
  • Welches Vermögen ist jetzt zu verteilen?

Aufzuteilen sind die, im Zeitraum ab der standesamtlichen Eheschließung bis zur Rechtskraft der Scheidung bzw. der davor erfolgten, dauerhaften Aufhebung der Lebensgemeinschaft,  angesparten und erwirtschafteten Vermögenswerte.

Bewegliche Sachen, Grundstücke und Ersparnisse werden im Zuge des gerichtlichen Aufteilungsverfahrens bewertet, wobei hier der Wert zum Zeitpunkt der Aufteilung heranzuziehen ist.

Grundsätzlich erfolgt die Vermögensaufteilung nach Billigkeit, das bedeutet in der Regel 50:50.

Nicht aufzuteilen sind: Vom jeweiligen Ehepartner in die Ehe eingebrachte, ererbte und als Geschenk erhaltene Vermögenswerte oder Gegenstände, persönliche Utensilien sowie Unternehmen oder was zum Unternehmen gehört.

Eine Ausnahme bei der Vermögensaufteilung stellt die Ehewohnung samt Inventar dar. Die Wohnung, die gemeinsam bewohnt wird und auf die ein Ehepartner dringend angewiesen ist, ist bei der Aufteilung auch dann zu berücksichtigen, wenn sie der andere Ehepartner in die Ehe eingebracht, geerbt oder als Geschenk erhalten hat.

Wichtig: Ein rechtsgültig geschlossener Ehevertrag / Ehepakt ist bei der Aufteilung des ehelichen Vermögens aus Gründen der Scheidung in seinem Inhalt zu berücksichtigen.

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Kategorien: Scheidung / Trennung

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