Unterhalt, Berechnung

18. Dezember 2013 – Scheidung / Trennung

Ehegattenunterhalt: Höhe

Was ist die Grundlage für die Unterhaltsberechnung? Wie wird die Höhe des Ehegattenunterhalts berechnet?

Als Bemessungsgrundlage zur Ermittlung der Unterhaltshöhe dient das Jahresnettoeinkommen. Zum Jahresnettoeinkommen zählen: Monatlicher Lohn – / Gehaltsbezug, Prämien, Sonderzahlungen, 13. und 14. Gehalt (Urlaubs- und Weihnachtsgeld),  Überstundenentlohnung, Zulagen, Diätenpauschalen, Provisionen, Ausgleichszahlungen und regelmäßige Trinkgelder. Dieses Jahres “Netto“ – Gesamteinkommen (Abgabenpflichtige Bruttobezüge abzüglich aller Steuern und sonstiger Abgaben) wird durch zwölf dividiert. Von diesem errechneten Betrag steht dem Ehegatten ein gewisser Prozentsatz zu.

  • Eine nicht erwerbstätige Ehefrau bekommt 33%.
  • Eine erwerbstätige Frau bekommt 40% des gemeinsamen Jahresnettoeinkommens (Familiennettoeinkommen).

Schlechte wirtschaftliche Verhältnisse des Unterhaltspflichtigen reduzieren die Unterhaltspflicht. Der angemessene Eigen – Unterhalt des zur Zahlung von Unterhalts- Leistungen Verpflichteten darf nicht gefährdet werden. So kann auch unter gewissen Umständen der Unterhaltspflichtige zur Gänze von seiner Zahlungsverpflichtung befreit werden. Auch weitere Unterhaltspflichten für uneheliche Kinder und / oder Kinder aus einer anderen Ehe wirken sich auf die Unterhaltsleistung vermindernd aus.

Die Sorgepflicht für jedes Kind vermindert die oben genannten Prozentsätze um je 4%.

Das bedeutet z.B.: Eine Hausfrau mit drei kleinen – und somit sorgepflichtigen Kindern – erhält 21% (33% minus 12%) des Jahresnettoeinkommens ihres Mannes. Diese 4% Verminderung besteht ,weil jedes minderjährige oder in Ausbildung befindliche Kind, solange es nicht selbst erwerbsfähig ist, welches bei der Mutter wohnt, auch Anspruch auf Zahlung von Unterhalt seitens des Kindesvaters hat. Somit trägt es zur teilweisen Abdeckung der Kosten für die Haushaltsführung der Kindesmutter bei. Selbstverständlich erhöht sich der Ehegattenunterhalt wieder – pro Kind –  um jeweils 4%, sobald die Sorgepflicht der Mutter für das Kind entfällt.

Die Höhe der Alimente für den geschiedenen Partner vermindert sich um 1 bis 3%, wenn der Unterhaltspflichtige für einen neuen Ehepartner ganz oder teilweise sorgepflichtig ist.

Aus dem oben genannten Beispiel ergibt sich, dass das Einkommen des geschiedenen Ehegatten überdurchschnittlich hoch sein muss, um von 33% (oder geringerer % Satz) Anteil des Nettoeinkommens leben zu können. Es stellt sich daher für jede – bis zur Scheidung  nicht erwerbstätig gewesenen Ehefrau –  die Frage, ob sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann, um die Lebenshaltungskosten abzudecken.

Es besteht die Möglichkeit, sich vertraglich oder über Gerichtsentscheid auf eine fixierte Höhe der Unterhaltszahlung zu einigen, die zumeist niedriger ist, als der vom Jahresnettoeinkommen prozentuell anteilig berechnete Betrag. Dafür kann vereinbart werden, beliebig viel durch eigene Erwerbstätigkeit  verdienen zu dürfen, ohne dass die entsprechend fixierte Höhe des Unterhalts verringert wird.

Vorteilhaft ist dabei, dass eine allfällige Gehaltsreduktion (Einkommensminderung) des Unterhaltsverpflichteten, (in einem festgelegten Rahmen nach unten) unbeachtet bleiben muss. Allerdings erhöht sich auch die Unterhaltszahlung nicht, wenn der zum Unterhalt Verpflichtete eine positive Karriere und somit einen Einkommenssprung nach oben macht.

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Kategorien: Scheidung / Trennung

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