Strittige Scheidung

16. Dezember 2011 – Scheidung / Trennung

Streitige Scheidung Voraussetzungen

Nur einer der beiden Ehepartner will sich scheiden lassen

Eine der beiden Parteien bringt unter Anführung eines rechtsgültigen Scheidungsgrundes beim zuständigen Bezirksgericht eine Scheidungsklage ein.

Rechtsgültige Scheidungsgründe sind z.B.:

  • Körperliche Bedrohung und Gewalt
  • Suchterkrankungen z.B. übermäßiger Alkoholgenuss
  • Grundlose Verweigerung des Geschlechtsverkehrs
  • Ehrloses oder unsittliches Verhalten
  • Zufügung schweren seelischen Leids (z. B.: Wiederholte Demütigung)
  • Verletzung der anständigen Begegnung
  • Vernachlässigung der Beistandspflicht (z.B. im Trauerfall)
  • Eigenmächtige Aufhebung der Ehegemeinschaft (z.B. “grundloses” Verlassen der ehelichen Wohnung gegen den Willen der Ehepartnerin oder des Ehepartners)
  • Mangelnde Betreuung der gemeinsamen Kinder
  • In der mündlichen Gerichtsverhandlung muss das Fehlverhalten des anderen Ehegatten nachgewiesen werden.

Problematisch ist immmer die die Beweisführung. Wer bestätigt z.B. vor Gericht als Zeuge die grobe Vernachlässigung der Beistandspflicht?

Scheidungsgründe liegen bei folgenden Sachverhalten nicht mehr vor:

  • Der Scheidungsgrund wurde nicht innerhalb der Fristen vorgebracht.
    Wenn der Ehegatte oder die Ehegattin nicht binnen 6 Monaten die Klage erhebt (§ 57 EheG) erlischt das Recht auf Scheidung wegen Verschuldens.
  • Diese Frist beginnt ab der Kenntnisnahme des Scheidungsgrundes.
  • Ist die häusliche Gemeinschaft der Ehegatten aufgehoben, läuft die Frist nicht.
  • Die Frist läuft auch nicht, wenn das schuldhafte Verhalten fortgesetzt wird,( z.B.: dauerhafte, grundlose Verweigerung des Geschlechtsverkehrs)
  • Der Scheidungsgrund ist nicht mehr zulässig, wenn seit dem Eintritt 10 Jahre verstrichen sind.
  • Wenn das entsprechende Verhalten vom Ehepartner verziehen wird oder dieses von ihm nicht als Ehe zerstörend empfunden wurde. Die Verzeihung ist unwiderruflich. Der beklagte Ehepartner oder die beklagte Ehepartnerin muss vor Gericht nachweisen, dass ihm oder ihr verziehen wurde.

Im Regelfall beschäftigen beide Streitparteien für ein solches Scheidungsverfahren als Berater und zur Vertretung vor Gericht  Rechtsanwälte. Die Art des Verfahrens ist ein so genannter “Zivilprozess”. Das Verfahren dient zur Abklärung der Verschuldensfrage bzw. Zerrüttungsfrage. Ob beide Ehepartner, oder einer überwiegend oder alleine für das Scheitern der Ehe  verantwortlich sind / ist. Die Verschuldensfrage ist unter anderem bedeutend, da daraus das Anrecht  eines Ehepartners gegenüber dem anderen auf berechtigte Unterhaltsforderungen abgeleitet wird.

Eine strittige Scheidung kann zu jeder Zeit und in jedem Stadium des Streitverfahrens in eine einvernehmliche Scheidung umgewandelt werden.

Anmerkung: Ehebruch und / oder Verweigerung der Fortpflanzung sind seit dem Eherechtsänderungsgesetz 1999 keine absoluten Scheidungsgründe mehr. Das Gericht  prüft im Anlassfall, ob Ehebruch  - oder Verweigerung der Fortpflanzung – zur Zerrüttung der Ehe maßgeblich beigetragen hat.

Siehe auch Gesetzestext:
Feststellung der Schuld am Scheitern der Ehe

 

Beitrag kommentieren

Kategorien: Scheidung / Trennung

Tags: , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit Pflichtfeld gekennzeichnet.

Durch die Abgabe Ihres Kommentares gestatten Sie 2minus1 diesen auf dieser Website zu veröffentlichen.
Bitte beachten Sie, daß unangebrachte, irrelevante oder beleidigende Kommentare durch den Administrator gelöscht werden.