Rechtsberatung: Scheidung, Vorbereitung

20. August 2010 – Scheidung / Trennung

Prüfung der rechtlichen Ausgangslage

Welche Informationen braucht der Jurist / Rechtsanwalt um eine fundierte Einschätzung der Situation abgeben zu können?

Jede Rechtsberatung erfordert das Wissen des Anwaltes über die Fakten und Sachlage. Daher sollten Sie, je nach Situation, möglichst genau die wichtigsten Fragen beantworten können, damit Ihrer Rechtsberatung eine realistische Einschätzung eines eventuellen Ergebnisses einer Scheidung vor Gericht und Ihrer zukünftigen Lebensumstände ermöglicht wird.

Fragen, als Vorbereitung für die Rechtsberatung betreffend die Scheidung:

  • Gibt es einen Ehevertrag / Ehepakt?
  • Welche Vermögenswerte sind gegeben? (Ersparnisse, Liegenschaften, Anleihen, Wertpapiere, Lebensversicherungen, Wertgegenstände, Auto, Hobby – Geräte, usw.)
  • Was wurde an Vermögen – von wem – in die Ehe eingebracht?
  • Welche Vermögenswerte stammen aus Erbschaft? (Notariatsakt)
  • Gibt es Erträge für ererbtes oder in die Ehe eingebrachtes Vermögen? (z.B.: Mieteinahmen für eine geerbte Wohnung)
  • Was ist an Vermögenswerten aus Schenkung? (Schenkungsverträge)
  • Wurden in aufrechter Ehe an den Partner Darlehen gewährt?
  • Wurden in aufrechter Ehe wechselseitig oder einseitig Bürgschaften eingegangen?
  • Wurden in aufrechter Ehe an den Partner namhafte Vermögenswerte geschenkt?
  • Welche Utensilien dienen dem ausschließlich persönlichen Gebrauch des Partners oder der Ausübung seines / ihres Berufes? (Nähmaschine, Fotoausrüstung, Laptop usw.)
  • Gehören Sachwerte des gemeinsamen Haushaltes einem Unternehmen? (z.B.: Noch offener Ratenkauf, Leasing)
  • Gibt es Vermögensanteile oder Beteiligungen an einem Unternehmen?
  • Sind die Unternehmensanteile eine Wertanlage?
  • Was wurde von welchem Partner mit ererbten Geldmitteln finanziert?
  • Was wurde in aufrechter Ehe gemeinsam angeschafft?
  • Beurteilung des Umfanges des jeweiligen Beitrages der Ehegatten zur Anschaffung von Gebrauchsvermögen und Abdeckung der Lebenshaltungskosten? (Wer geht arbeiten? Wer führt den gemeinsamen Haushalt? Wer ist für die tägliche Pflege und Erziehung der Kinder verantwortlich und dafür zeitlich gebunden?)
  • Wurden in aufrechter Ehe erworbene Vermögenswerte oder eheliche Ersparnisse in ein Unternehmen eingebracht?
  • Wurde im Hinblick auf eine bevorstehende Ehescheidung einseitig von einem Partner eventuell das in aufrechter Ehe gemeinsam erworbene (eheliche) Vermögen absichtlich „verschleiert“ oder verringert?
  • Wie hoch sind eventuell gemeinsam eingegangene Schulden? (Wer ist Hauptschuldner? Wer ist Bürge?)
  • Wie wurde die gemeinsame Wohnung (oder Haus) finanziert?
  • Wer hat das dringendere Wohnbedürfnis an der ehelichen Wohnung und / oder dringendere Bedürfnis nach dem gemeinsamen Hausrat?
  • Wie hoch ist das Jahresnettoeinkommen der Frau / des Mannes? (Lohnzettel, Gehaltsbestätigung, Nebeneinkünfte, Werksverträge, Erträge bzw. Verluste aus Vermögensveranlagung, siehe: Steuerbescheid, Auszüge der Bankkonten / des gemeinsamen Bankkontos)
  • Wie viele Kinder sind unterhaltsberechtigt?
  • Alter der unterhaltsberechtigten Kinder?
  • Gibt es einen „erhöhenden“ Sonderbedarf beim Kindesunterhalt?
  • Bestehen Unterhaltspflichten auf Grund einer voran gegangenen Ehe? – für unehelich geborene Kinder? – für Eltern der Ehepartner?
  • Gibt es einen überwiegend (oder alleine) Schuldigen am Scheitern der Ehe?
  • Können schwere Ehe – Verfehlungen (z.B. Ehebruch), die zum Scheitern der Ehe geführt haben, vor Gericht stichhaltig bewiesen werden? (Siehe auch: Detektiv)

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Kategorien: Scheidung / Trennung

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