Persönlicher Kontakt mit Kind nach Scheidung

13. Februar 2017 – Scheidung / Trennung

Besuchsrecht vom Elternteil

Vater / Mutter, Kind und Großeltern haben nach der Scheidung im Sinne des Kindeswohls das Recht auf persönlichen Umgang mit dem Kind

Sind die Eltern geschieden, haben sowohl das Kind / die Kinder, als auch der nicht mit dem Kind / den Kindern wohnende Elternteil, sowie die Großeltern ein so genanntes Besuchsrecht.
Die Besuchsregelung wird bei der Scheidung festgelegt. Sollte dies verabsäumt worden sein, oder wird die getroffene Regelung nicht eingehalten bzw. verhindert, können: Das Kind, der minderjährige Jugendliche, der benachteiligte Elternteil, oder die Großeltern das Besuchrecht gerichtlich durchsetzen, sofern  das Kindeswohl nicht gefährdet wird.
Hinweis: Bei einer einvernehmlichen Scheidung müssen sich die Ehepartner auch einvernehmlich zur Obsorge, zum Kindesunterhalt und zur Besuchsregelung einigen.
Das Besuchsrecht ist ein Grundrecht der “Eltern-Kind-Beziehung” und ist ein allgemein anzuerkennendes Menschenrecht.

Wenn das Kindeswohl gefährdet ist, kann es zu einer Einschränkung des Besuchsrechts,  oder zu gerichtlich festgelegten Auflagen kommen. Im schlechtesten Fall kann es zur Aberkennung des Besuchrechts kommen.
Oft wird die “Gefährdung des Kindeswohls” zum “Stolperstein”, da diese Definition bzw. gesetzliche Einschränkung leider missbraucht werden kann. Beispiel: Der mit dem Kind lebende Elternteil behauptet, dass das Wohl des Kindes durch die Besuche gefährdet ist.

In solchen Fällen sollte vorrangig überlegt werden, ob nicht auch ein “begleiteter Umgang” (Besuchsbegleitung) möglich bzw. sinnvoll ist.

Gelegentlich kommt es vor, dass ein Kind aus verschiedenen Gründen von sich aus keinen Kontakt zum Vater / zur Mutter / zu den Großeltern wünscht. Hierbei sind die Gründe für die Weigerung sehr genau zu hinterfragen; ob z.B. Parental Alienation Syndrome (PAS) vorliegt oder ob es Schwierigkeiten mit dem neuen Partner des geschiedenen Elternteils gibt, ev. die Großeltern den Exschwiegersohn / die Exschwiegertochter vor den Kindern böswillig schlecht machen, etc.
Insgesamt sollte bei beginnenden Schwierigkeiten das Besuchsrecht durchzusetzen, so schnell wie möglich ein Rechtsanwalt zu Rate gezogen und/oder das Jugendamt informiert werden. Eine längere Aussetzung des Besuchsrechts kann sich negativ auf die emotionale Bindung des Kindes / der Kinder zum entfernt lebenden Elternteil, sowie auf die anderen familiären Beziehungen auswirken. Für diesen Fall sollten sich beide Elternteile bewusst sein, dass jedes Kind das Recht auf seine Eltern hat und für die eigene Entwicklung auch beide Elternteile braucht.

Kinder sollten nicht als „Instrument“ – oder Streitobjekt – bei Austragung von Konflikten der geschiedenen Ehepartner missbraucht werden.

Siehe auch Gesetzestext: Recht auf persönlichen Umgang

Buchtipp:
Das elterliche Entfremdungssyndrom (Parental Alienation Syndrome – PAS)
Wilfrid von Boch-Galhau

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Kategorien: Scheidung / Trennung

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