Ehebruch beweisen

21. Mai 2010 – Scheidung / Trennung

Gültige Beweismittel für ehebrecherisches Verhalten

Wie kann man die Eheverfehlung rechtsgültig beweisen?

In Österreich ist der Ehebruch insofern für den Scheidungsprozess relevant, als die Verschuldensfrage entscheidende Auswirkungen auf die Unterhaltsforderungen und die Pensionsansprüche des betrogenen Partners hat.

Ein bestmögliches Eingrenzen des “Ertappungsmoments” ist daher äußerst wichtig.

Den Ehebruch des Ehepartners stichhaltig zu beweisen, ist manchmal schwierig und kann bei Inanspruchnahme der Ermittlungsdienste durch eine Detektei mitunter kostspielig werden.  Gelingt der Beweis für den Ehebruch, können die Kosten für die Überwachung und die Beweisführung unter bestimmten Voraussetzungen vom Ehebrecher bzw. von der Ehebrecherin bei Gericht am Wege einer Kostenersatzklage zurück gefordert werden.

Für die Entscheidung, ob man einen Detektiv einschaltet oder nicht, sind folgende Entscheidungskriterien von Bedeutung:

  • Konkrete Anhaltspunkte für die Untreue des Partners erleichtern den Erfolg für eine stichhaltige Beweisführung. Nimmt man z.B. an, dass der Partner gar nicht wie gewohnt am Mittwoch zum Tennisspielen geht, sondern seine Freundin / ihren Freund trifft oder einen bestimmten Ort aufsuchen wird, dann sind die Kosten für eine Überwachung überschaubar und das Beibringen eines stichhaltigen Beweises wird in kurzer Observationszeit ermöglicht.
  • Sind die Anhaltspunkte jedoch vage oder kaum vorhanden, dauert die Überwachung auch länger. Die Kosten für die Ausforschung jener Person, mit der eventuell der Ehebruch vollzogen wird, können daher „aus dem Ruder laufen“. Zusätzlich sind die Erfolgsaussichten, den endgültigen Beweis für einen Ehebruch zu bekommen, geringer.
  • Ein vorliegendes, erdrückendes Beweismaterial kann die Bereitschaft zu Kompromissen und Konzessionen des Partners gegenüber den eigenen Forderungen wesentlich erhöhen.
  • Geht es bei einer Scheidung um viel Geld und die Aufteilung eines großen Vermögens, ist der Einsatz eines Privatdetektivs sicher sinnvoller als bei niedrigem Streitwert.
  • Der bezahlte Detektiv ist ein zuverlässigerer Zeuge als z.B. ein Freund / eine Freundin bzw. Bekannte, da meist auch eine Beziehung zum zukünftigen Expartner besteht, deren Stellungnahmen im Fall einer Zeugenaussage oft zögerlich sind und auch weniger Beweiskraft haben (Befangenheit!) als die Aussagen und Beweisunterlagen eines Detektivs.

Nicht erlaubt bei Nachforschungen ist z.B. die Verletzung des Briefgeheimnisses (also unerlaubtes Öffnen von Briefen, die namentlich an den Partner adressiert sind) oder  gewaltsames Eindringen in persönliche Behältnisse des Partners (z.B.: Safe, versperrte Kästen oder Schreibtischladen)

Beitrag kommentieren

Kategorien: Scheidung / Trennung

Tags: , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit Pflichtfeld gekennzeichnet.

Durch die Abgabe Ihres Kommentares gestatten Sie 2minus1 diesen auf dieser Website zu veröffentlichen.
Bitte beachten Sie, daß unangebrachte, irrelevante oder beleidigende Kommentare durch den Administrator gelöscht werden.