Tod im Islam

28. Januar 2011 – Psyche / Glaube

Islamische Trauer

In der islamischen Religion gibt es genau festgelegte Regeln für die Begleitung beim Sterben, nach Eintreten des Todes und für das Begräbnis. Nach dem der Tod bei einer/einem Mulime/n eingetreten ist, werden der/dem Toten Augen und der Mund geschlossen. Während dieser Zeremonie werden Gebete gesprochen. Es wird um eine gnädige Aufnahme in das Jenseits gebeten. In der Folge wird die Totenklage angestimmt.

Für drei Tage wird das Haus/die Wohnung ein Trauerhaus. Die Familie und Nachbarn stehen den Trauernden bei und übernehmen in den ersten Tagen nach dm Verlust die Versorgung der Trauernden. Die Witwe eines Verstorbenen darf vier Monate und zehn Tage um ihren Mann trauern. Trauer soll aber nach Meinung islamischer Theologen nicht zu laut oder gar hysterisch geäußert werden. Grundsätzlich ist im Islam Schwarz keine Trauerfarbe.

Der Tote wird nach aller Möglichkeit von Verwandten desselben Geschlechts gewaschen und parfümiert. Ehemänner können auch von ihren Frauen gewaschen werden, nicht alle Theologen erlauben es umgekehrt. Es gilt als Sünde die Waschung des Leichnam zu unterlassen. Daher soll, wenn dieser Umstand bekannt wird, ein nicht gewaschener Leichnam, der aber noch nicht begraben wurde, einer Waschung unterzogen werden. Ausnahme bei der die Waschung des Leichnams entfällt: Märtyrer werden ungewaschen in ihren Kleidern und ihrem Blut beigesetzt Anschließend wird die/der gewaschene Verstorbene in Leinentücher gewickelt.

Für die Grablegung wird der/die Tote in vorzugsweise weiße, in Beschaffenheit und Größe und Anzahl genau festgelegte Leintücher eingehüllt, das sein Pilgergewand sein kann, sofern er die Wallfahrt nach Mekka durchgeführt hat. Diese speziellen Stoffe werden von Frauen jenseits derWechseljahre hergestellt. Es soll gewährleistet werden, dass die Tücher nicht im Zustand der rituellen Unreinheit, d.h. während der Menstruation, verarbeiteten wurden. In diesen Tüchern, also ohne Sarg, soll der/die Tote ins Grab gelegt werden. Die Lage ist rechtsseitig oder auf dem Rücken liegend mit der Blickrichtung nach Mekka.
Hinweis: Begräbnis ohne Sarg ist in Österreich nicht gestattet!Weiteres Problem: Grab soll ewig bestehen.

Die Bestattung soll unverzüglich, möglichst noch am Sterbetag, erfolgen. es dürfen nicht mehr als 48 Stunden zwischen dem Tod und der Bestattung vergehen. Ausnahme: Fälle mit höherer Gewalt.
Durch die Berührung eines Toten sowie das Tragen der Totenbahre tritt eine rituelle Verunreinigung ein, die durch eine rituelle Waschung beseitigt werden muss, bevor der Betreffende wieder einen Koran berühren oder das Gebet verrichten kann.
Die Grabstätte muss in „jungfräulicher“ Erde stattfinden, in der noch keine andere Bestattung stattgefunden hat.
Das Grab muss ermöglichen, dass der Tote mit dem Gesicht nach Mekka weist. Der Winkel ist genau einzuhalten.

Das Beerdigungsgebet wird beim Leichnam gesprochen – Inhalte der Gebete:

  • Bitte um Vergebung für den Toten
  • Bitte an den Toten, bei Allah Fürsprache für die Lebenden einzulegen

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Kategorien: Psyche / Glaube

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