Bestattung-Buddhismus

5. Juli 2011 – Psyche / Glaube

Buddhistische Erdbestattung/Feuerbestattung

Todesfall in der buddhistischen Religion

Die buddhistische Glaubensrichtung lässt sowohl eine Erdbestattung als auch eine Feuerbestattung zu. Einheitliche Regelungen zur Abschiednahme bestehen nicht, da es sehr viele unterschiedliche Strömungen innerhalb dieser Religion gibt. Buddhisten werden nach ihrem Tod im Regelfall verbrannt.

Auch wenn die Person im Krankenhaus verstorben ist, erfordert der Ritus, dass der Tote zu Hause aufgebahrt wird. Der Abschied wird von den Nachkommen und die Trauergäste gestaltet. Die Abschiedsfeier im Hause erfordert meist eine besondere behördliche Genehmigung. Die Anwesenheit buddhistischer Mönche bei der heimatlichen Abschiedszeremonie mit Gebeten und Ritualen wird deshalb in Mitteleuropa oft in nahe gelegene Klöster verlegt. Aber auch die Trauerhalle eines Friedhofes / eines Bestattungsinstitutes ist grundsätzlich geeignet.

Die eigentliche Bestattungsritual ist ein Wechselspiel, das Mönche und Angehörige des Verstorbenen vollziehen.
Bestandteile sind:

  • Sutren (Reden des Buddha) werden vorgetragen
  • Mönche halten Predigten
  • Angehörigen geben Almosen
  • Totengedächtnis

Diese guten Taten werden dem Verstorbenen gewidmet, der dadurch eine bessere Wiedergeburt erlangen soll.

In der Folge wird der Tote wird verbrannt. Die Verbrennung ist eine aufwendige Angelegenheit. Die Angehörigen besuchen alle paar Stunden den Ort der Kremierung. Männer bewachen das Feuer und achten darauf, dass es nicht erlischt. Sie werden bewirtet u. a. mit Kartoffeln, die im Feuer gegart werden. Die Erdäpfel sollen gegen verschiedene Leiden helfen. Die Knochenreste werden mit Hilfe zweier verschiedener Stäbchen, eines aus Bambus, das andere aus Holz in eine Urne gesammelt und die Asche wird beerdigt, also im Wortsinn der Erde übergeben. Manchmal auch die Asche ins Wasser gestreut .

Im Bön-Buddhismus (vorwiegend in Tibet) ist die erstrebenswerteste Bestattung eine so genannte Luftbestattung. Hier wird der Tote auf einen Berg gebracht. Dort von spezialisierten Personen, die nicht Buddhisten sind, zerlegt. In der Folge wird der Verstorbene von Vögeln aufgepickt und somit in die Luft getragen.
Diese höchste Form der Beerdigung ist wegen der hohen Kosten nur wohlhabenden Tibetern möglich. Zum Verständnis: Der Körper gilt im Buddhismus lediglich als eine Hülle für den Geist. Der Körper soll jedoch mit gebührendem Respekt behandelt werden.

Die Urne behalten die Hinterbliebenen bis zur Bestattung einige Tage im Haus. Sie wird auf dem Friedhof unter einem Grabstein oder in der Knochenhalle eines Tempels beigesetzt.

Buddhisten richten zum Gedenken an die Verstorbenen Altäre ein und bringen Opfergaben. Im ersten Trauerjahr gibt es immer wieder Versammlungen zum Totengedenken. Auch der Buddhismus kennt eine Art “Jahrestag”, der nach Ablauf des ersten Trauerjahres am Sterbetag gehalten wird.

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Kategorien: Psyche / Glaube

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