Kinderbuch-Sterben/Trauer

8. November 2011 – Kommentare / Erfahrungen

„Waldwichtel Kampoligurr sucht Antworten“

von Monika Starzengruber

Warum ein Buch und ein Hörspiel schreiben zum Thema: sterben, trauern?
Ich kann mich erinnern – ich wurde im Kindesalter aus Fürsorge vom Thema ‚Trauer’ derart abgeschottet, dass letztendlich meine Fantasien mit mir durchgegangen sind. Meine Fragen zum Thema wurden beantwortet mit: das verstehst du noch nicht, was das heißt, erkläre ich dir, wenn du älter bist.

Mit dem Resultat, dass Sterben für mich etwas Bedrohliches, Furchterregendes und Gespenstisches bekam, denn ich sah meine Mutter ja oft weinen, als meine Oma gestorben war. Viele Jahre begleitete mich auf Friedhöfen ein beklemmendes Gefühl. Irgendwann schloss ich das ‚Sterben’ und alles, was damit zusammenhing aus meinem Leben aus.

Das gelang mir bis vor mehr als fünf Jahren ganz gut. Dann verstarb unerwartet mein Sohn. Mit einem Schlag musste ich mich sehr schmerzvoll mit diesem bisher so erfolgreich verdrängten Thema auseinandersetzen. Dazu stellten meine Enkelkinder Fragen, die ich auf Anhieb nicht so beantworten konnte, wie sie es wollten oder brauchten.

Deshalb ist zuerst das Buch, dann die CD entstanden.

Mir war wichtig, dem Sterben den ‚Schrecken’ zu nehmen. Somit ist es eine sehr kurzweilige, mystische, lustige, spannende, aber auch freche Geschichte geworden. Nicht zuletzt durch den neugierigen und quirligen Waldwichtel Kampoligurr, der Musik im Hintergrund und den Geräuschen..

Veranschaulicht habe ich das Thema ’Sterben’ mit Beispielen aus der Natur. Z. B. jedes Blatt am Baum ‚stirbt’ im Herbst, wenn es zu Boden fällt und verrottet. Im Frühling sieht es aus, als wäre das Blatt verschwunden und ‚gestorben’, aber in Wirklichkeit ist es noch da. Es hat sich nur mit der Erde vermengt und ihr Aussehen angenommen.

Und einige Beispiele mehr …

Fragen werden behandelt, wie:
Was macht man, wenn man stirbt?
Tut sterben weh?
Was ist eine Seele?
Wer oder was ist Gott? … und viele mehr.

Ich denke, dass Kinder mit dem Bewusstsein aufwachsen sollten, dass alles Leben vergänglich ist und darum kostbar. Sie sollten wissen, dass auf ein Leben auch ein Sterben folgt, dass nichts ewig bleibt, wie es ist. Dass früher oder später auch jeder Mensch einmal stirbt. Es ist schließlich nichts als die Wahrheit. Mein jüngster Enkel ist 4 Jahre und er weiß das. Mir ist wichtig, dass er mit diesem Wissen aufwächst.

Aus Erfahrung glaube ich, dass Kinder mit der Wahrheit besser umgehen können, als mit Hinhaltungstaktiken oder frommen Lügen, die sich später als solche herausstellen.

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