Prävention im Kinderschutz

26. August 2011 – Kinder / AlleinerzieherInnen

Kindermisshandlungen vorbeugen

Hilfestellungen für Eltern können Eskalationen gegenüber Kindern vermeiden

Im Lebenslauf-Modell lassen sich konkret die Umstände und Einflüsse, Hilfestellungen und Angebote abbilden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verringerung von Stress, Überforderung und Hilflosigkeit von Eltern führen.
Jeder dieser “Meilensteine am Lebensweg” ist ein Punkt auf der nach oben offenen “Unterstützungs-Skala für Eltern” – Mütter wie Väter, allein erziehend oder in welcher familiären Konstellation auch immer.
Mit anderen Worten: Immer dann, wenn diese Meilensteine als flankierende Maßnahmen oder “Leitplanken” fehlen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern auf dem schwierigen Weg der Erziehung ihrer Kinder ins “Schleudern” geraten und sich wie die Kinder ins Unglück reißen.
Das so genannte “Misshandlungssyndrom” – ein  irreführender, weil Ursachen und nicht Symptome  beschreibender, dennoch benutzter Kinderschutzbegriff  – benennt gut die um eine Familie herum existierenden und unter Umständen sich  in Misshandlung und/oder Vernachlässigung von Kindern auswirkenden Faktoren.Diese genauer als “violentogener Komplex”  bezeichneten Zusammenhänge sind in ihrer Gewalterzeugenden Dynamik unbestritten und weitgehend bekannt.
Die Familie wird von ihnen quasi umzingelt, verliert den Blick und den Zugriff auf vorhandene Hilfsangebote und gerät immer mehr in Isolation, Depression und Gewalt.
Es ist deshalb unerlässlich, den Ursachen familiärer Gewalt mit einem Netz früher Hilfen und Entlastungsangeboten zu begegnen. Hervorragende Beispiele engagierter Unterstützung stehen oft noch vereinzelt und ohne ausreichenden Verbund in der sozialen Landschaft – Konkurrenz  behindert gelegentlich die Kooperation. Um einen alten Satz des Kinderschutzes zu variieren:

  • Wer Kindern (und den Eltern) wirklich helfen will, darf nicht warten, bis das Problem entstanden ist, sondern muss ganz früh anfangen.
  • Wer Kindern wirklich helfen will, darf nicht um seine Besitzstände fürchten, sondern muss sich freudig in Kooperation mit anderen HelferInnen begeben können.
  • Wer Kindern wirklich helfen will, darf nicht darauf vertrauen, dass ihm die politischen Instanzen schon ausreichend Mittel und Gelegenheiten zur Verfügung stellen werden, sondern muss sich mit dieser Forderung auch konkret-persönlich engagieren, die Auseinandersetzung nicht scheuen und hartnäckig unbequeme Fragen stellen.

Dieser Beitrag wurde zur Verfügung gestellt von:
Dr. Klaus Neumann, Dipl.-Psych., Klinischer Psychologe und Supervisor, Gesprächstherapeut GwG, Paar- und Familientherapeut.

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Kategorien: Kinder / AlleinerzieherInnen

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