Entfremdung Kind

21. Mai 2010 – Kinder / AlleinerzieherInnen

Parental Alienation Syndrom (PAS)

Negative Beeinflussung des Kindes durch die Mutter / den Vater gegenüber dem anderen Elternteil

Der Begriff „Parental Alienation Syndrom“ ( PAS ) wurde 1984 von Richard A. Gardner, einem Psychiater der Columbia-Universität, geprägt. Das PA-Syndrom beschreibt, wie sich Kinder nach Trennung oder Scheidung von einem Elternteil abwenden und entfremden, weil der Vater / die Mutter das Kind bzw. die Kinder dahingehend bewusst oder unbewusst beeinflusst.

Die ablehnende Haltung des Kindes oder Jugendlichen äußert sich in nicht immer nachvollziehbaren Empfindlichkeiten gegenüber dem abgelehnten Elternteil. An diesem Verhalten ist der bevorzugte Elternteil bewusst oder unbewusst beteiligt, denn die Gefühlslagen des Kindes entstehen in Übereinstimmung mit denen des bevorzugten Elternteils und werden von ihm unterstützt.

Vom PA-Syndrom kann aber erst gesprochen werden, wenn das Kind die Ablehnungshaltung aktiv übernimmt und extrem weiterentwickelt, unter Wahrnehmungsverzerrungen leidet und sein Verhalten für Außenstehende nicht mehr erklärbar ist.

Wenn die Mutter / der Vater das Kind in diese Richtung beeinflusst, ist es sehr schwer für den anderen Elterteil, die bewusste oder unbewusste Einflussnahme des begünstigten Elternteils zu “beweisen”. Vor allem wird  durch diese Vorgangsweise eventuell das Besuchsrecht des nicht mit Kindern wohnenden Elternteils ad absurdum geführt und somit faktisch wirkungslos. Eine solche Entwicklung kann nicht im Sinne vom so genannten „Kindeswohl“ sein.

Wer den Verdacht hegt, dass „PAS“ bei seinem Kind zutrifft, sollte sich mit dem Jugendamt, einem Kinderpsychologen, mit dem Bezirksgericht usw. in Verbindung setzen. Ob dieser Weg Erfolg versprechend ist, steht allerdings in Frage. Je mehr Sie Ihre Angaben / Aussage durch neutrale Zeugen („Dritte“), durch Aufzeichnungen in Ihrem Tagebuch, durch E-Mails, die Ihre Aussagen untermauern, usw. belegen können, desto größer wird Ihre Chance, dass Sie zu Ihrem Recht kommen.(Besuchsrecht!)

„Recht“ zu bekommen, ist allerdings nicht gleichzusetzen mit der Lösung von emotionalen, zwischenmenschlichen Problemen. Alle bewusst emotionsarm, nüchtern getroffenen Entscheidungen und Vereinbarungen, deren Basis gegenseitige Einsicht (Rücksichtnahme auf die Interessen des Kindes!) ist, stellen eine bessere Ausgangssituation  für die Zukunft des getrennten Eltern – Daseins dar, als ein Urteil von “Oben“.  Mediation bzw. Besuchsbegleitung stellen Möglichkeiten dar, diese Einsicht und ev. auch Rücksicht zu erlangen.

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Kategorien: Kinder / AlleinerzieherInnen

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