Vorsorgevollmacht in Österreich

21. Januar 2013 – Hilfe / Beratung

Vollmacht – Nicht mehr selbst entscheiden kann

Wer soll wichtige Angelegenheiten, die mich betreffen, entscheiden, wenn ich nicht mehr dazu fähig bin?

Für den Fall des Verlustes von Geschäfts-, Einsichts-, Urteils- und Äußerungsfähigkeit wird entweder:

  • eine von Ihnen genannten Vertrauensperson(en) über die Vorsorgevollmacht oder
  • von Gerichtswegen bestimmte Person, ein so genannte/r Sachwalter/in

bevollmächtigt die anvertraute Angelegenheiten auszuführen.
Sie können rechtzeitig bestimmen, wer Sie in wichtigen Angelegenheiten vertreten soll, bevor es jemand anderer für Sie entscheiden muss.

Eine Vorsorgevollmacht ist für den Fall einer langfristigen, schweren Erkrankungen, als auch für plötzliche Unfälle oder schlagartige Erkrankungen mit geistiger Beeinträchtigung, sinnvoll.
Für die Gültigkeit der Vorsorgevollmacht muss diese vom eisichts-, geschäfts- und urteilsfähigen Vollmachtsgeber errichtet worden sein.

Vollmachtsnehmer – Wer kann diese Person sein?

Eine oder mehrere geschäftsfähige Personen, die Ihr uneingeschränktes Vertrauen genießen.

Bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung:

  • Mehrere Personen müssen sich erst auf eine Vorgehensweise einigen
  • Die unterschiedlichen Bereiche der Vollmacht können aufgeteilt werden; z.B.: Medizinische Betreuung, finanzielle Angelegenheiten, Organisatorisches, etc.
  • Die Vorsorgevollmacht gilt nur solange diese nicht widerrufen wurde. Ein Widerruf ist jederzeit möglich
  • Sie bestimmen selbst, wann die Vollmacht in Kraft tritt und wie lange sie dauern soll. Wirksamkeit per sofort oder erst Fall des Verlustes der Geschäfts-oder Einsichts- und Urteilsfähigkeit oder Äußerungsfähigkeit oder zu einem anderen anderen Zeitpunkt

Um Konflikte zu vermeiden ist es sehr ratsam, dass Sie sich durch einen Notar, Rechtsanwälte etc. beraten lassen. Das erste Informationsgespräch über die Vorsorgevollmacht bei der Notarin/dem Notar ist kostenlos! Die Kosten für die Errichtung einer Vorsorgevollmacht sind vom jeweiligen Einzelfall abhängig.

In Österreich gibt es ein zentrales Register, in dem alle einem Notar oder Rechtsanwalt vorgelegten Vorsorgevollmachten registriert werden können – Das Österreichische Zentrale Vertretungsverzeichnis (ÖZVV). Für die Registrierung im ÖZVV fallen einmalig Gebühren an. Laut ÖZVV-RL 2007 – Fassung DT 20.10.2011 € 22.- (netto) pro Regestrierung.

Fehlt eine Vorsorgevollmacht und ist  auch (noch) keine Sachwalterin oder kein Sachwalter bestellt, so besteht für bestimmte Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, die den Lebensverhältnissen entsprechen, eine gesetzliche Vertretungsbefugnis der nächsten Angehörigen. Besteht zu bestimmten Angehörigen kein gutes Vertrauensverhältnis, so kann ein Widerspruch gegen deren Vertretungsbefugnis erhoben werden.

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Kategorien: Hilfe / Beratung

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