Missbrauch von Kindern

22. Juni 2010 – Hilfe / Beratung

Sexuelle Übergriffe auf das Kind

Wie reagieren Sie, wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Kind sexuell missbraucht wird?

Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein Gewaltdelikt, das in erster Linie nicht “auf finsterer Strasse”, sondern überwiegend im Familienverband passiert. Jedes zehnte Mädchen in Österreich ist mit sexuellen Übergriffen, Vergewaltigung, … durch den Vater konfrontiert. Aber auch Knaben / Burschen sind betroffen.

Die körperlichen und seelischen Folgen sexueller Übergriffe im Kindesalter sind verheerend. Das erlittene Trauma wirkt nachhaltig und beeinflusst maßgeblich alle späteren Partnerschaften und Liebesbeziehungen. Nur mit Hilfe von Psychologen und / oder  Psychotherapeuten können diese schrecklichen Erfahrungen verarbeitet werden.

Weder Scham noch Angst sollten Sie daran hindern, sich bei gegebenem Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch, unbedingt und sofort an das Amt für Jugend und Familie oder an eine empfohlene Interventionsstelle zu wenden. Es wird seitens der Behörde nicht sofort Anzeige gegen den oder die Verdächtigen erstattet, sondern zuerst der Kontakt zum betroffenen Kind gesucht. Psychologisch geschulte und erfahrene Mitarbeiter sprechen in einfühlsamer Weise mit dem Kind über seine (möglicherweise grauenvollen) Erlebnisse. Der Gesetzgeber überlegt derzeit ( Herbst 2007) die allgemeine Verpflichtung, den Verdacht auf sexuellen Übergriff oder Kindesmissbrauch, bei der Behörde anzuzeigen.

Stellen Sie an sich selbst fest, dass Sie Ihrem eigenen Kind oder fremden Kindern gegenüber nicht unbefangen, nicht ohne sexuelle Wünsche / Erregung bzw. nicht ohne erotische Gedanken begegnen können, sollten Sie unverzüglich einen Arzt oder einen Sexualtherapeuten aufsuchen.

Besondere Vorsicht ist dann geboten, wenn (fremde) Menschen außerhalb des Rahmens des schulischen Sexualkunde Unterrichtes, Kinder in das Sexualleben “einweihen”, bzw. dafür „aufklären“ wollen.

Wichtig für Betroffene:

  • Die Verjährungsfrist eines Sittlichkeitsdelikts beginnt erst mit der Volljährigkeit des Opfers. Dies ermöglicht dem Opfer, selbst Klage gegen den Täter einzubringen, wenn aus irgendwelchen Gründen nicht schon vorher durch die Eltern (oder Angehörige) die Anzeige des Verbrechens eingebracht  wurde. Die Dauer der Verjährungsfrist ist mit der Schwere des Delikts und dem damit verbundenen Strafausmaß verbunden. Rechtliche Schritte sollten gut überlegt sein und erfordern ausführliche psychosoziale Betreuung des Opfers und qualifizierte rechtliche Beratung.
  • Bei körperlicher, sexueller und / oder psychischer Gewalt informieren Sie die Polizei, bringen Sie das Opfer sofort in das nächste Krankenhaus, oder wenden Sie sich an ein Frauenhaus!
  • Kinder finden Hilfe auf der Seite: www.kija.at

Wichtige Adressen:


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