Arbeitslosengeld

27. Oktober 2010 – Hilfe / Beratung

Arbeitslosigkeit – Finanzielle Unterstützung

Wann bekommt man Arbeitslosengeld?

Arbeitslosengeld steht jenen Arbeitnehmern zu, die eine gewisse Mindestzeit einer Beschäftigung nachgegangen sind und entsprechende Versicherungsbeiträge gezahlt haben. Verlieren Sie Ihre Arbeit, melden Sie sich unverzüglich bei Ihrer regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (AMS) .

Vorgehensweise für die Antragstellung:

  • Antrag persönlich beim AMS holen
  • Antrag ausfüllen (Antragsrückgabetermin beachten!)
  • Ausgefüllten Antrag, alle vorgeschriebene Unterlagen zum vereinbarten Ersttermin mitbringen; Terminabsage nur aus triftigem Grund (Verlängerung für dir Rückgabefrist beantragen!)

Sie haben erst Anspruch auf das Arbeitslosengeld mit Einreichen Ihres persönlichen Antrages! Der Antrag wird vom AMS geprüft, anschließend genehmigt oder abgelehnt.

Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld:

  • Arbeitslosengeld steht Ihnen nur dann zu, wenn Sie innerhalb der letzten 24 Monate einer Beschäftigung nachgegangen sind bei der Sie mindestens 52 Wochen hindurch Arbeitslosenversicherungsbeiträge einbezahlt haben.
  • Hatten Sie schon einmal Arbeitslosengeld beansprucht, müssen Sie nur mehr innerhalb der letzten 12 Monate 28 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtig gewesen sein.
  • Angerechnet auf die Mindestbeschäftigungsdauer werden jene Zeiten, die aus einer Beschäftigung im Ausland stammen (bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein); oder Zeiten, in denen Sie eine Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes bezogen haben; oder Zeiten, in denen Sie Kranken- oder Wochengeld aus einem Dienstverhältnis erhalten haben. Es werden diese Zeiten nur berücksichtigt, wenn Sie noch bei keinem Arbeitslosen- oder Karenzgeld berücksichtigt worden sind.

Was Sie sonst noch wissen sollten:

  • Kinderbetreuungsgeld (für Geburten ab dem 1. Jänner 2002) und Arbeitslosengeld können gleichzeitig in Anspruch genommen werden. Sie müssen aber dem Arbeitsmarkt ohne bedeutende Einschränkung zur Verfügung stehen.
  • Karenzgeld und Arbeitslosengeld kann nicht gleichzeitig bezogen werden.
  • Das zugesprochene Arbeitslosengeld für ein gewissen Zeitraum geht nicht verloren, wenn man es nicht ganz ausschöpft, beispielsweise wenn man vorzeitig einen Job gefunden hat. Es kann für diesen Fall erst bei einer neuerlichen Arbeitslosigkeit aufgebraucht werden. Beispiel: Ein Arbeitsloser hat für 15 Wochen Arbeitslosengeld zugesprochen bekommen. Er unterbricht seine Arbeitslosigkeit, weil er einen Arbeitsplatz für neun Wochen gefunden hat. Die verbleibenden sechs Wochen kann er zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Anspruch nehmen.
  • Das AMS hat das Recht  zur Rückforderung von Leistungen, die Sie zu unrecht bezogen haben.

Pflichten des Beziehers von Arbeitslosengeld:

  • Wahrheitspflicht: Alle Angaben, die Sie gegenüber dem AMS machen, müssen den Tatsachen entsprechen.
  • Pflicht zur Bekanntgabe von veränderten Fakten: Wenn Sie Arbeitslosengeld beziehen, sind Sie verpflichtet, dem AMS innerhalb von einer Woche alle wirtschaftlichen (Einkünfte, Jobs etc.) und standesmäßigen (Verwitwung, Heirat, Scheidung usw.) Veränderungen bekannt zu geben. Auch Übersiedlung, Krankenstände (sofort!) und Auslandsaufenthalte sind zu melden. Ein Krankenstand vom Arzt bestätigen zu lassen (einschließlich Krankenstände von bis zu drei Tagen. Auch das Ende eines Krankenstandes müssen Sie sofort bekannt geben.
  • Sind Sie während des Bezugs des Arbeitslosengeldes länger als drei Tage krank, erhalten Sie ab dem vierten Tag von der Krankenkasse das Krankengeld, welches in der Höhe dem Arbeitslosengeld entspricht. Dem AMS ist die Krankengeld-Bezugsbestätigung vorzulegen.
  • Alle vom AMS gesetzten Termine (Aufklärung über Recht und Pflichten, Schulungen, Vorstellungsgespräche, Beratungsgespräche für die Jobsuche usw.) sind strikt einzuhalten.

Verzögerungen, Kürzungen oder Verlust des Anspruches auf Arbeitslosengeld:

  • Wenn Sie fristlos gekündigt worden sind oder wenn Sie ohne wichtige Gründe vorzeitig aus dem Dienstverhältnis ausgeschieden sind, steht Ihnen erst nach einer so genannten Sperrfrist von 4 Wochen das Arbeitslosengeld zu.
  • Sie verlieren den Rechtsanspruch auf das Arbeitslosengeld für 6 Wochen, wenn Sie ein annehmbares Dienstverhältnis, dass das AMS Ihnen vermittelt hat, grundlos ausschlagen oder einer vom AMS vorgeschlagenen Schulung willkürlich nicht nachkommen.
  • Sollte schon einmal ein Anspruchsverlust gegen Sie ausgesprochen worden sein, dann bekommen Sie beim zweiten Mal 8 Wochen lang kein Arbeitslosengeld. Um die 6 bzw. 8 Wochen wird Ihre anfangs festgelegte Bezugsdauer verkürzt. Beispiel: Wurde ein Arbeitslosengeld für 20 Wochen zugesprochen, verkürzt sich die Anspruchszeit auf 14 Wochen.

Ablehnung des Antrags:

Sollte Ihr Antrag auf Arbeitslosengeld abgelehnt werden oder wollen Sie den Anspruchsverlust anfechten, haben Sie innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt des Bescheids die Möglichkeit, schriftlich dagegen zu berufen. Wird die 2-Wochen-Frist nicht eingehalten, wird der Einspruch wegen Fristversäumnis abgelehnt. Aus dem Schreiben muss ein Grund oder mehrere Begründungen für Ihre Berufung hervorgehen.

Wichtiger Tipp: Auch wenn Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, sollten Sie sich zumindest als arbeitssuchend melden. Das bedeutet, dass Sie zwar die Leistungen des AMS beanspruchen dürfen, jedoch kein Arbeitslosengeld beziehen. Die Zeit Ihrer vorgemerkte Arbeitssuche wirkt sich auf die Fristen der Arbeitslosenversicherung / Pensionsversicherung aus und auch auf die Voraussetzungen für die Sozialhilfe oder die Beihilfen nach dem Arbeitsmarktservicegesetz.

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Kategorien: Hilfe / Beratung

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