Diäten – Übersicht

21. Mai 2010 – Gesundheit / Fitness

Kilos abnehmen

Welche Diät hilft mir schlanker zu werden?

In Zeiten seelischer Probleme verändern viele Menschen meist auch die Essgewohnheiten. Manche essen aus Kummer mehr als vorher, manche reagieren in Zeiten der Trauer mit Fasten. In dieser Phase ist es wichtig, dass man möglichst nur gesunde Lebensmittel einkauft, die Mahlzeiten bewusst zu sich nimmt und darauf achtet, dass man sich viel in  frischer Luft bewegt, am besten Ausdauersport betreibt (Wandern, Nordic Walking, Laufen, Langlaufen, Radfahren, usw.).

Übergewichtige Menschen sollten ihren Entschluss für eine Diät erst dann in die Tat umsetzen, wenn sie sich wieder psychisch gefangen haben. Bevor die eigentliche Diät beginnt, sollten sie für sich selbst analysieren, in welchem psychischen Zustand man besonders gern “zulangt”.

Stress-Esser:
Essen Sie bewusst nur gesunde Lebensmittel; kauen Sie lange und sorgfältig; Erlernen Sie Entspannungstechniken und wenden Sie diese in Stresssituationen an – bevor Sie zu Lebensmitteln greifen.
Frust-Esser: Sie betrachten „Essen“ als Möglichkeit, vor Problemen zu fliehen. Wichtig ist, dass sie nach wirklichen Problemlösungen suchen und sich aus der Negativspirale befreien. Kleine Teilziele schaffen Erfolgserlebnisse, motivieren und mindern die Gefahr von Rückschlägen (“swing back”).
Langeweile-Esser: Für jene, die ihre Fadesse oder Einsamkeit mit Essen vertreiben wollen, ist es ratsam, das eigene Leben mit Aktivitäten anzureichern; am besten mit Sport in sozialem Umfeld (Fitnesscenter oder Sportklub).

Kalorienreduzierte Diäten

  • FDH (Friss die Hälfte): Wie schon der Name sagt, wird das Essen auf die Hälfte reduziert, d.h. die Portionen sind nur mehr halb so groß wie vorher. Eine kluge, Erfolg versprechende Methode, vor allem dann, wenn man zusätzlich auch noch auf gesunde Kost achtet.
  • Brigitte-Diät: ausgewogene, energiereduzierte Mischkost. Die tägliche Kalorienaufnahme beträgt zwischen 1000 und 1500 kcal. Die Fettzufuhr wird auf ein Minimum reduziert. Wenig Zucker. Die Gerichte beinhalten viel saisonales Obst und Gemüse, Getreide, mageres Fleisch, Fisch und Gemüse. Problematisch ist, dass das Zubereiten der Diätgerichte eher aufwendig ist und gewisse Kochkenntnisse verlangt. Zur erfolgreichen Einhaltung der Diät muss man sehr diszipliniert sein. Begleitend wird empfohlen: Viel Sport. Hält man diese Diät für längere Zeit durch, kann sich eine Essverhaltensveränderung einstellen, eine dauerhafte Gewichtsreduktion ist die Folge.
  • Haysche Trennkost: Trennung eiweißreicher und kohlenhydratreicher Lebensmittel (Brot, Erdäpfel, Getreideprodukte und Nudeln). 80 Prozent der Nahrung soll Basen bildend sein (Obst und Gemüse), 20 Prozent Säure bildend (Fleisch, Milchprodukte, Eier usw.). Sehr hoher Anteil an Rohkost. Die vorteilhafte Wirkungen der Trennkost ist bisher nicht wissenschaftlich belegt. Tipp: Auf zusätzliche Zufuhr von Kalzium, Jod und Eisen achten.
  • Fit for Life: Diese Diät ist ähnlich der Trennkostdiät und hat einen hohen Anteil an Frischkost. 70 Prozent bestehen aus Obst und Gemüse, die restlichen 30 Prozent können aus Getreideprodukten oder Fleisch bestehen. Milchprodukte sollen nur selten verzehrt werden. Das Obst soll auf leeren Magen und bis längstens Mittag gegessen werden. Kohlenhydratreiche Lebensmittel sollen von eiweißreichen Lebensmitteln getrennt gegessen werden. Als Getränke werden destilliertes Wasser und frisch gepresste Fruchtsäfte empfohlen. Gefahr: Nährstoffunterversorgung betreffend Kalzium, Eisen, ungesättigten Fettsäuren, Jod und Vitamin B (seltener Verzehr von Milchprodukten).
  • Computerdiäten (z.B. Vier-Jahreszeiten-Kur der Allgemeinen Ortskrankenkasse, Deutschland): Hier werden Tipps zur Essverhaltensänderung angegeben. Die Mischkost wird individuell angepasst. Auch die Essvorlieben werden berücksichtigt. Die Betreuung des Kunden erfolgt mittels Briefen oder E-Mails. Dadurch fühlt man sich als Individuum wahrgenommen. Ein Langzeiterfolg ist möglich, weil das Essverhalten verändert wird.

Kohlehydratreiche Reduktionsdiäten

  • 7-Tage-Körner-Kur: Die tägliche Kalorienaufnahme beträgt nur 850 kcal. Diese werden hauptsächlich in Form von gekochtem Getreide (verschiedene Sorten), Obst, Gemüse und Milchprodukten zu sich genommen. Die Kost ist bezüglich der Nährstoffe ausgewogen, aber eintönig und kann daher zu Motivationsschwierigkeiten führen. Der Erfolg ist meistens nur kurzfristig, weil kaum eine nachhaltige Essverhaltensveränderung eintritt.
  • Schrothkur: Eine der wenigen Diäten, bei der auch das Trinken von Wein erlaubt ist (problematisch!). Es wechseln sich Trink- und Trockentage ab, d.h. die tägliche Trinkmenge ist unterschiedlich. Gefahr: Unterversorgung mit Flüssigkeit. Auch der tägliche Kalorienbedarf wechselt entweder zwischen 300, 500 oder 1000 kcal pro Tag. Der Anteil an Getreide ist sehr hoch, auch in Form von altbackenem Brot. Weitere Lebensmittel sind Trockenfrüchte (durch ihre Quellfähigkeit verhelfen sie zu einem Sättigungsgefühl) und Nüsse. Diese Diätform ist sehr einseitig, und es kann zu einem Nährstoffmangel kommen. Der Erfolg ist meistens nur sehr kurzfristig.
  • F-Plan-Diät: Das Hauptaugenmerk liegt bei dieser Diät auf dem hohen Ballaststoffanteil     (F steht für Faser). Die Lebensmittelauswahl ist ausgewogen und beinhaltet Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Magermilch. Gut umsetzbar.
  • Pritkin-Diät: Sehr geringer Fettanteil, kein raffinierter Zucker, kein Alkohol, kein Koffein, wenig Fleisch und Fisch. Bevorzugt: Vollkornprodukte, gekochtes oder rohes Gemüse und maximal 1200 kcal pro Tag. Diese Form des Abnehmens ist eher schwer durchzuhalten.

Eiweißreiche Reduktionsdiäten

  • Eier-Kur: Im Vordergrund stehen eiweißreiche, tierische Lebensmittel und Eier (bis zu 9 Stück täglich). Tägliche Kalorienzufuhr: 800 kcal. Die Diät ist salzlos und erlaubt keine zusätzliche Fettaufnahme. Aufgrund der einseitigen Lebensmittelwahl (zu viel Eiweiß, zu wenig Kohlenhydrate und Ballaststoffe) ist eine ausgeglichene Nährstoffaufnahme nicht gewährleistet. Der Erfolg ist nur von kurzer Dauer. Nicht zu empfehlen.
  • Hollywood-Diät: 18 Tage soll ein fest vorgeschriebenes Essprogramm eingehalten werden (500 bis 1000 kcal pro Tag): Kein Fett, kein Salz, viel Eiweiß und Purine (Achtung: vermehrt die Harnsäure und fördert damit Gicht). Nachteile: Zu wenige Kohlenhydrate und kaum Ballaststoffe. Eintönige, nur von kurzfristigem Erfolg begleitete Diät.
  • Monodiäten: Über einen längeren Zeitraum wird eine einzige Lebensmittelgruppe (z.B. Kohl, Erdäpfel, Reis, Obst usw.) verzehrt. Die tägliche Kalorienaufnahme ist mit ca. 1000 kcal beschränkt. Die Nährstoffversorgung ist durch die geringe Ergänzung mit anderen Lebensmitteln sehr einseitig. Außerdem sind diese Diäten sehr monoton. Diese Diätform eignet sich höchstens als “Schalttag” oder „Fastentag.“

Fettreiche Reduktionsdiäten

  • Punkt-Diät: Die Lebensmittelgruppen bekommen Punkte. Man darf eine gewisse Punkteanzahl pro Tag nicht überschreiten. Kohlenhydrate haben viele Punkte. Fette und eiweißreiche Lebensmittel haben wenige Punkte. Alkohol ist erlaubt. Es werden in erster Linie viel Fisch, Fleisch und Milchprodukte verzehrt. Einfaches System, das aber aufgrund der ballaststoff- und kohlenhydratarmen Kost nicht dauerhaft wirksam ist und vor allem die Gesundheit ( zu viel Fett!) gefährdet.
  • Atkins-Diät: Alle fettreichen (fette Lebensmittel wirken sättigend!) und eiweißreichen Lebensmittel sind unbeschränkt erlaubt, aber auf Kohlenhydrate soll man völlig verzichten. Alkohol und Milch bzw. Milchprodukte (außer Käse) sind nicht erlaubt. Das Einnehmen von Mineralstoffpräparaten und Vitaminkapseln ist erwünscht. Die Energiezufuhr ist nicht beschränkt. Die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Purinen ist sehr hoch und somit gesundheitsgefährdend. Der Fettstoffwechsel wird gestört. Die ballaststoffarme Kost führt auch zu Verstopfungen. Diese Diät und ähnliche Diätformen sind eher abzulehnen.

Gruppenprogramme zum Abnehmen

  • Weight-Watchers: Hier erhält man Unterstützung in der Gesellschaft von Gleichgesinnten. Die Gruppe trifft sich einmal in der Woche, Gruppenleiter und Teilnehmer motivieren einander zum Durchhalten der Diät. Die psychologischen Ursachen für das Übergewicht werden berücksichtigt. Das neue Essverhalten wird regelrecht trainiert, damit der Erfolg ein langfristiger wird. Die Kost ist kalorienreduziert und ausgewogen. Auch auf die körperliche Fitness wird geachtet. Empfehlenswert.
  • Psychodiäten: Die Einstellung zum Körper und zum Essen soll dauerhaft verändert werden, indem man auf das Unterbewusste Einfluss nimmt. Die psychischen und auch mentalen Ursachen des Übergewichts werden ergründet und bewusst gemacht. Der Erfolg ist viel versprechend, vor allem dann, wenn auch die Kost ausgewogen gestaltet wird.

Fastenkur und Entschlackungskur

  • F.X.Mayr-Kur: Hier wird streng gefastet, damit alle Verdauungsorgane entgiftet und ´”entschlackt” werden. Die Kur basiert auf der Theorie, dass Teile des Immunsystems des Körpers im Darm sitzen. Die strengste Form des Fastens ist das Teefasten. Stufe 1: Morgens und mittags eine altbackene Kursemmel und Acidophilus-Milch, abends Tee mit etwas Honig und Orangenspalte; Stufe 2: Morgens Acidophilus-Milch und eine Kursemmel, mittags Gemüsebasensuppe mit Kursemmel oder Erdäpfel mit Topfen, abends Tee mit Honig und Orangenspalte. Zwischen den Mahlzeiten trinkt man Wasser, Kräutertees, Basenbrühen und nimmt Basenpulver zu sich. Der Kurarzt bestimmt, welche Form des Fastens er für den “Patienten” als richtig erachtet. In der Früh trinkt man Bitterwasser auf nüchternen Magen. Dies führt zur Reinigung des Darmes. Zur Kur, die idealerweise über einen Zeitraum von drei Wochen gemacht werden sollte, gehören auch: Die tägliche Bewegung an frischer Luft, Kneippanwendungen, Bauch- und Körpermassagen, Leber-Heu-Wickel, Sauna usw. Das Kur -Programm ist umfassend und daher zuhause nicht einfach durchzuführen. Außerdem ist die ärztliche Begleitung während des Fastens äußerst ratsam. Es empfiehlt sich die Kur als “Initialzündung” für eine dauerhafte Essverhaltensänderung zu gestalten. Besonderheit: Während des Fastens verändert sich auch die psychische Befindlichkeit – auch die Seele befreit sich von einigem Ballast.

Exotische Diäten

  • Ayurveda-Diät: Die Regeln dieser Diät beruhen auf der Jahrtausende alten indischen Heilkunst. Prinzip: Ernährung je nach Konstitutionstyp und Geschmacksrichtung. Die Speisen, die man zu sich nimmt, sollen möglichst alle sechs Geschmacksrichtungen beinhalten. Der Mensch soll lernen zu erkennen, was dem Körper gerade fehlt. Gewürze und Kräuter spielen bei dieser Diätform eine wichtige Rolle, da sie die Verdauungsorgane anregen. Alkohol, Kaffee und Schokolade sollen vermieden werden. Am Abend soll kein tierisches Eiweiß und kein Sauermilchprodukt verzehrt werden. Von eiskalten Speisen soll Abstand genommen werden. Als Getränke sind Kräutertees, heißes Wasser und ungesüßte Säfte empfohlen. Auch das Verhalten während der Essensaufnahme spielt eine wichtige Rolle. So soll man z.B. in Ruhe und im Sitzen essen, die Speisen mit einer innerlich positiven Einstellung frisch zubereiten und genießen,usw.
  • China-Diät: Kennzeichen: Es wird sehr fettarm gegessen. Weiters stehen hauptsächlich Gemüse, Fisch, Sojaprodukte (Tofu usw.) und Reis im Vordergrund. Die Zubereitung erfolgt hauptsächlich im Wok. Bei dieser Art der Zubereitung bleiben die Speisen reich an Vitaminen, das Gemüse wird nur bissfest gegart. Vorteilhaft ist, dass die Gerichte rasch zubereitet sind. Empfehlenswert ist es, den weißen Reis durch Vollkornreis oder anderes Getreide zu ersetzen. Sojasauce, Ingwer usw. können gewöhnungsbedürftig sein.
  • Fünf Elemente Küche: Hier werden die Lebensmittel nach den fünf Elementen (Feuer, Erde, Holz, Wasser und Metall) und der thermische Wirkung (erhitzend, erwärmend, neutral, abkühlend und erfrischend) ausgewählt. Zu jedem Element gibt es eine Geschmacksrichtung und ein Organ. Es handelt sich hier um eine ausgewogene, fettarme und vollwertige Ernährungsform mit geringem Frischkostanteil. Erfordert Information.

Trend – Diäten

  • Formula-Diät: Das Prinzip besteht aus der Herstellung eines Diätgetränkes mittels Instant-Pulver und Milch. Die Ernährung besteht ausschließlich aus diesem Getränk, das es in verschieden Geschmacksrichtungen gibt. Die Kalorienzufuhr beträgt von 800 kcal bis zu 1200 kcal täglich. In diesem Instantpulver sind alle nötigen Vitamin- und Mineralstoffe enthalten. Besonderer Vorteil dieser Diätform ist, dass sie sehr einfach und zeitsparend ist, sowie keine Kochkenntnisse vorausgesetzt werden. Ärztliche Aufsicht und Begleitung ist aber unbedingt notwendig. Nachteil: Monotone Diätform mit Gefahr für Rückschläge (“swing back” Effekt).
  • GI-Faktor-Diät: Hier ist der Glykämische Index (GI) von Bedeutung – d.h. wie schnell der Körper die aufgenommenen Kohlenhydrate verarbeitet. Je langsamer Kohlenhydrate aufgenommen werden, desto länger bleibt man satt und umso weniger Energie wird in Form von Fett gespeichert. Traubenzucker und Semmel gehen schnell ins Blut über, Spaghetti und Joghurt hingegen langsam. Die Einteilung der Nahrungsmittel in solche mit hohem GI-Faktor  (“schlechte”) und solche mit niedrigem Faktor (“gute”), ist schneller erlernt, ein Diäterfolg stellt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit und anhaltend ein.
  • Mittelmeer-Diät: Kostumstellung: Weg von Milch, Butter und Fleisch hin zu Gemüse, Obst (ballastoffreich), Olivenöl (ungesättigte Fettsäuren) und Fisch (mehrfach ungesättigte Fettsäuren und fettarm). Rotwein ist in mäßigen Mengen erlaubt. Senkt Blutfettwerte und damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Apfelessig-Kur: Die regelmäßige Einnahme von Apfelessig vor den Mahlzeiten regt den Stoffwechsel an. Apfelessig hilft auch beim Abbau von Fett. In Kombination mit kalorienarmer, ausgewogener Kost und Bewegung: Durchaus empfehlenswert.

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Kategorien: Gesundheit / Fitness

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