Bücher – Trauer bei Suizid

7. Februar 2017 – Bücher Tod&Trauer

Lichteratur – Selbstmord und Trauer

Selbstgewählter Tod – Bücher für die Hinterbliebenen

Suizid. Das Trauma der Hinterbliebenen, Erfahrungen und Auswege
Manfred Otzelberger; Dtv 2002
Jedes Jahr bringen sich in Deutschland mehr Menschen um als es Verkehrstote gibt. Alle halbe Stunde geschieht ein Suizid, alle zweieinhalb Minuten wird einer versucht. Manfred Otzelberger, zweifacher Journalistenpreisträger für soziale Themen, setzt sich mit den Begriffen “Selbstmord”, Freitod und Suizid auseinander. Klärt zugleich über die historischen und kulturellen Aspekte des Suizids auf und beleuchtet die Problematik Sünde – Scham – Schuld. Er beschreibt anhand zahlreicher Beispiele, mit welchen Problemen die Hinterbliebenen zwangsweise konfrontiert sind und auf welch unterschiedliche Weise sie sich bewältigen lassen. Ein Serviceteil bietet dazu Hinweise für den Umgang mit Behörden und Medien sowie Adressen von Beratungsstellen.

 

Das Auto steht an der Brücke. Es tut mir leid: Ein Vater versucht, den Selbstmord seiner Tochter zu verstehen
John Brooks

 

Warum konnten wir dich nicht halten?
Carin Dioda, Tina Gomez; Kreuz Verlag 2006
Die Selbsttötung eines nahestehenden Menschen ist ein unfassbares und kaum zu bewältigendes Erlebnis, denn Suizid ist nicht nur eine private Katastrophe, sondern auch ein gesellschaftliches Tabu. In diesem Begleitbuch für Hinterbliebene kommen zahlreiche Betroffene zu Wort.

 

Das Jahr ohne Pit
Maja Gerber-Hess; Bertelsmann Verlag 2000
Noch ein gutes Jahr bis zur Matura, da hat die 18jährige Monika ein schreckliches Erlebnis: Ihr Freund und Mitschüler Pit hat sich zu Hause, in der Wohnung seiner Eltern, erschossen. Sein leerer Platz im Schulzimmer erinnert Monika tagtäglich an das unfassbare Ereignis. Für die heranwachsende junge Frau hat sich das Leben mit einem Schlag völlig verändert. Sie kann und will nicht akzeptieren, dass es für Pit nur diese eine, endgültige Lösung gegeben haben soll. Die Autorin versteht es, die Trauerarbeit von Monika mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Taktgefühl zu schildern. Ein Happyend gibt es keines, wohl aber ein Zeichen dafür, dass Monika da durchkommt.
Ab 12 Jahren

 

Was war und wie es ist
Petra Hofler-Mayrhofer, W.F.Schlager Verlag, Scharnstein,  2008
Tel.:/Fax: 07615/2197
Tagebuch der ersten zehn Wochen nach dem Suizid meines Philipp in Briefform an ihn gerichtet

 

Auf einer Harley Davidson möchte ich sterben
Lothar Semper; Beltz Verlag 2001
Nach Marks Selbstmord beginnt für Benno ein schwieriger und schmerzhafter Prozess der Auseinandersetzung und Zwiesprache mit dem Freund, der ihm immer fremd blieb. Ein Prozess, in dem Benno nicht nur etwas von Mark begreift, sondern auch viel über sich selbst erfährt.

 

Warum hast du uns das angetan?
Chris Paul; Gütersloher Verlagshaus (5. überarb. u. erweiterte Auflage) 2006
Warum hast du uns das angetan? – diese Frage verstößt gegen ein Tabu nach einer Selbsttötung wagen es Angehörige meist nicht, ihre eigenen Gefühle der Einsamkeit, Wut und Ohnmacht in den Mittelpunkt zu stellen. Chris Paul beschreibt für Angehörige und alle, die ihnen helfen wollen, Schwierigkeiten und Chancen des Trauerns, wenn ein Mensch sich das Leben genommen hat.

 

Im Schatten deines Todes – Wege durch die Trauer nach einem Suizid
Johannes Thomas (Herausgeber); Gütersloher Verlagshaus
- Texte Betroffener
- Tod als Teil des Lebens verstehen
- Trauernde ansprechen und auffangen

 

Ein letzter Brief zum Abschied – Mein Weiterleben nach dem Tod meines Sohnes
Helga Mend; Magic Buchverlag
Bericht über die persönlichen Gefühle nach dem Suizid des Sohnes als Bewältigung für das erlittene Trauma

 

Aus zwei Booten wird ein Floß. Suizid und Todessehnsucht Erklärungsmodelle, Begleitung und Prävention
Ebo Aebischer-Crettol; Haffmans Verlag 2002
Menschlich, wissenschaftlich fundiert, ein wie mir scheint, begnadeter Seelsorger hat sich intensiv mit dem Thema Suizid beschäftigt. Ein Seelsorger, der auch die modernen technischen Hilfsmittel nicht ablehnt, ja, sie anwendet (e-Mail, SMS), wenn es, um zu helfen, geboten erscheint. Umfassend nähert er sich diesem Thema und kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass z.B. in der Bibel der Suizid öfter angesprochen wird und vorkommt als erwartet. Ursachenforschung, Erklärungsversuche, Folgen für die Angehörigen, für die Geschwister, Bewältigungsangebote werden aufgezeigt. Mit den vielen persönlichen Berichten und Erfahrungen ist es sogar teilweise spannend zu lesen. Es verliert aber nie an Tiefe, und der Leser spürt die Ernsthaftigkeit, mit der das Thema so umfassend angeschaut und beschrieben wird. Nach dem dornenreichen, tränen-nassen Weg durch die Trauer kann die zunächst im Mittelpunkt stehende Frage des WARUM für die Angehörigen zu einer neuen Identitäts- und Sinnfindung werden. “Sein/ihr Leben und Sterben, WARUM uns in Erinnerung an ihn/sie zu entfalten.”
Buch wurde von RAINBOWS empfohlen

 

Mütter nach dem selbstgewählten Tod eines Kindes
Biographische Aufarbeitung – Bewältigung – Neuorientierung
Helgard Hefner; Regensburg 2000
Soziologische Untersuchung auf der Basis narrativer Interviews. Schwerpunkte: biografische Aufarbeitung, Bewältigung, Neuorientierung. Interessant. Guter, eher wissenschaftlicher Einstieg in die Suizidproblematik aus Müttersicht.

 

Der Suizid. Ursachen, Warnsignale, Prävention
Thomas Bronisch; München 1992
Bis zum heutigen Tag ist der Suizid ein Tabu geblieben. Zum Beispiel ist wenig bekannt, dass in der Bundesrepublik schon seit Jahren die Zahl der Suizidtoten die der Verkehrstoten übersteigt. Dieses Buch gibt einen Überblick über die Hintergründe von Suizid und Suizidversuch, und es informiert über Erscheinungsformen, Ursachen, Warnsignale, Prävention und Therapie. Es geht dabei darum, Legenden zu korrigieren und ein sowohl wissenschaftlich haltbares wie auch in der konkreten Krisenintervention hilfreiches Bild von Suizid und Suizidgefährdung zu vermitteln.

 

Suizid…? Aus dem Schatten eines Tabus
Hans-Balz Peter, Pascal Mösli; Tvz Theologischer Verlag 2003
Im vorliegenden Band äußern sich Fachleute, die auf verständliche Art und Weise über das Tabuthema Suizid sprechen. Die Beiträge kommen aus den Gebieten der Medizin, der Psychologie, der Ethik, der Philosophie und der Theologie, sie behandeln aus unterschiedlichen Perspektiven unter anderem Themen wie das Entstehen von Suizidalität, die Suizidverhütung und die Verantwortung der Gesellschaft.

 

Ich wollte doch dein Leben schützen! Erleben, Sinnsuche und Trost nach dem Verlust eines Kindes. Schwerpunkt Suizid
Erika Bodner; Weishaupt 2002
Das Buch beleuchtet mit großer Offenheit das Leiden des Sohnes und im Zusammenhang damit den Weg der Mutter und der ganzen Familie. Die Autorin ist Psychologin und selbst betroffene Mutter. Sie beschreibt den Verlauf ihrer Trauer und behandelt die sich daraus ergebenden Lebensfragen, die für eine keiner traditionellen Religion Angehörige schwerer zu bewältigen sind. Sie will Schuldzuweisungen der Umwelt in Frage stellen, die ein Freitod oft mit sich bringt. Der Grundtenor des Buches ist „Lernen durch Leid“, eine Lebenshilfe für alle von ihm Betroffenen.
Buch wurde von RAINBOWS empfohlen

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